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Brasilien investiert in Afrika


Während Brasiliens Wirtschaft ungebremst wächst, und Investitionen im Land am Zuckerhut als sicher gelten und weltweit empfohlen werden, schaut dieses zunehmend in Richtung Afrika. Der Aufstieg des südamerikanischen Riesen zur globalen Wirtschaftmacht wurde vom schwarzen Kontinent aus mit grossem Interesse beobachtet und wirkt dort inspirierend. In Brasilien mit grossem Erfolg durchgeführte Programme zur Armutsbekämpfung wecken in Afrika die Hoffnung auf wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt durch ähnliche Modelle. Brasilien. seinerseits mit der Thematik vieler sozialer und klimatischer Probleme in Afrika durch eigene Erfahrungen gut vertraut, konkurriert in Afrika mit Indien und China um Rohstoffe und den Absatz eigener Entwicklungstechnolgien.

Alte kulturelle Bande mit Angola und Mosambik könnten für Brasilien zum entscheidenden Vorteil in diesem Wetterennen der grossen Schwellenländer um afrikanische Rohstoffe und Produktionsmittel werden. In seiner ersten Amtszeit 2002-2007 reiste der damalige brasilianische Präsident Luiz  Inácio Lula da Silva insgesamt sechsmal nach Afrika. Im gleichen Zeitraum verachtfachten sich brasilianische Exporte nach Afrika auf rund 8 Mrd. Dollar, während Importe aus afrikanischen Staaten auf 18 Mrd. Dollar stiegen und sich somit versechsfachten. In Angola - durch die gemeinsame koloniale Vergangenheit portugiesischprachig wie Brasilien, ist der brasilianische Bauriese Odebrecht seit 2009 der grösste private Arbeitgeber - neben Bauprojekten zum Ausbau der Infrastruktur engagiert sich die Firma in der Ethanolproduktion und betreibt Supermarktketten, während der staatliche brasilianische Ölkonzern Petrobras vor der Küste Tiefseebohrungen vornimmt.

In Mosambik geniesst Brasilien als ehemalige Schwesterkolonie Steuervorteile um die 20 Prozent, die nach brasilianischen Vorstellungen eingesetzt werden können, um dort eine Ethanolproduktion in Gang zu bringen, die zukünftig grosse Teile des wachsenden europäischen Bedarfs an alternativen Kraftstoffen decken könnte. Schon vor der Amtsübernahme der aktuellen Präsidentin Dilma Roussef schloss das Land Technologietransferverträge mit Mosambik und Kenia. Noch führt China auf dem schwarzen Komntinent vom  Handelsvolumen unter den grossen Schwellenländern, doch Brasilien baut seine wirtschaftlichen Verbindungen in Afrika weiter aus und holt kontinuierlich auf. 2010 lag der brasilianische Gesamthandelsumsatz in Afrika bei 26 Mrd. Dollar. In Botswana wird Brasilien Produktionstechnologien zur Viehzucht und Fleischproduktion implementieren und in den Aufbau einer Glas- und Chemieindustrie investieren, ein aussichtsreiches Unterfangen aufgrund der reichen Mineralvorkommen des Landes.