blogalternativa

Brasilianische Musik


Zu sagen, dass Musik in Brasilien eine bedeutende Rolle spielt, ist eine Untertreibung. Brasilien ist ohne Musik und Rhytmus undenkbar. Brasilianische Musik ist sehr abwechslungsreich, was nicht zuletzt daran liegt, dass hier die verschiedensten Kulturen aufeinander treffen. Selbst  die Kultur der indianischen Ureinwohner hatte und hat Einfluss auf die Musik des Landes, vor allem auf die volkstümliche.  Auch das Repertoire an typischen Instrumenten ist in Brasilien riesengross. Musik gilt in Brasilien als Kulturgut Nummer eins, da sie jedem Menschen zugänglich gemacht wird.

Zu den berühmtesten Musikrichtungen Brasiliens gehört natürlich der Samba. Man geht davon aus, dass er ursprünglich im Nordosten den Landes entstand und mit Wanderarbeitern nach Rio de Janerio  gelangte, wo er sich zu seiner heutigen Form entwickelte. Einfluss auf diesen Prozess  hatten sowohl europäische als auch afrikanische Elemente. Der weltberühmte Bossa-Nova gilt als direkter Abkömmling des Samba, gut vermischt mit Stilelementen des nordamerikanischen Jazz der 1940er Jahre. Noch heute ist diese Stilart aktuell und bringt immer wieder neue Interpreten hervor.

Eine Unzahl anderer Stilrichtungen rundet diese Bild ab. Forró und Baiao sind Folkloremusikarten, in denen das Akkordeon dominiert. Sie stammen ursprünglich aus Nordostbrasilien und zeichnen sich durch sehr typische Modalitäten aus, die dem Blus und dem Zydeco nahestehen. Baiao Musik wurde in den 1950er Jahren über diverse Kinofilme vorübergehend weltbekannt und beinflusste angeblich auch die Musik der frühen Beatles. Das Gegenstück zu Woodstock Generation sind in Brasilien die so genannten Tropicalisten, die während der der Diktaturzeit mit Protestsongs, hintergründiger Ironie und surrealistischen Happenings das Zentrum der brasilianischen Gegenkultur bildeten. Besonders bekannt sind die bis heute die Interpreten Caetano Veloso, Gal Costa und der heutige Kulturminister Gilberto Gil.

All diese Stilarten verschmolzen ab Anfang der 1970er Jahre zu einer brasilianischen Popmusik, der  Música Popular Brasileira - kurz MPB. Seit den 1990ern existieren auch andere Stilarten populärer Mischmusik mit kommerziellen Tendenzen wie Axé und Pagode. Zu den bekanntesten Künstlern der bunten brasilianischen Musikwelt zählen unter anderem Zè Ramalho, Alceu Valenca, Rita Lee, Milton Nascimento, Roberto Carlos, Cazuza, Ney Matogrosso, Ivan Lins, Maria Bethânia, Alcione, Fafá de Belém Marisa Monte und Elis Regina. Brasilianische Musiker werden weltweit für ihren Hang zur Individualität respektiert. Brasilianischer Jazz hat in Egberto Gismonti und Hermeto Pascoal bedeutende Exponenten, und auch brasilianischer Soul - siehe Tim Maia und Ed Motta - macht sich verdientermassen auch im Ausland immer mehr Freunde.