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Alternativer Nobelpreis geht nach Brasilien


Die Stiftung Right Livelihood Award aus Stockholm vergab im Dezember 2010 wie jedes Jahr vier Alternative Nobelpreise. Eine der vier Auszeichnungen ging an den österreichisch-brasilianischen Bischof Erwin Kräutler, der sich seit Jahrzehnten im südlichen Amazonas für die Rechte der brasilianischen Ureinwohner einsetzt.

Kräutler wurde 1939 in in Koblach in Vorarlberg Österreich geboren und ging nach Erhalt der Priesterweihe 1965 nach Brasilien. 1978 wurde er brasilianischer Staatsbürger und 1980 Prälat von Xingu, der fächenmässig größten Diözese Brasiliens. Hier kämpft er seit Jahrzehnten für die Rechte der indianischen Ureinwohner der Region und die Erhaltung der Umwelt im südlichen Amazonasgebiet. Kräutlers Werdegang in Brasilien begann in den 1960er Jahren, als er unter anderem in der Gemeinde Altamira wirkte. In der Xingu Region betreut er zehn Pfarrbezirke, die wiederum zwischen dreißig und neunzig Gemeinden haben. Dazu kommen zwanzig Indianerdörfer, in denen die Urbevölkerung des Xingu-Tales wohnt. Dies sind unter anderem Kaiapó, Asurini, Araweté, Parakaná, Xikrin und Arara.

Kräutler setzt sich über sein Amt als Bischof hinaus für die Armen und andere Minderheiten ein. Seine Intention war und ist es, Fortschritt im Bereich der Gleichstellung der indianischen Ureinwohner mit dem Rest der Bevölkerung zu erzielen. Dabei gab er niemals auf, auch nicht als er in den 1980er Jahren Morddrohungen bekam und einem Anschlagsversuch ausgesetzt war. Er war immer Ansprechpartner für Indios und setzte sich zudem für die Umwelt im Amazonas-Gebiet ein. Die Umweltorganisation World Wide Fund for Nature (WWF) lobte die Auszeichung und hob Käutlers Engagement gegen den umstrittenen Belo-Monte-Staudamm hervor. 

Der Right Livelihood Award, der ins Deutsche übersetzt soviel bedeutet wie "Preis für richtiges Leben", ist auch unter dem Namen "Alternativer Nobelpreis" bekannt  und wird alljährlich an Einzelpersonen und Organisationen verliehen, die Lösungen gefunden haben, durch die benachteiligte Menschen würdigere Lebensweisen erhalten. Der Arward wurde 1980 von Jakob von Uexküll gegründet. Neben Erwin Kräutler wurden 2010 Nnimmo Bassey, Architekt und Umweltschützer aus Nigeria, die Ärzteorganisation Physicians for Human Rights-Israel (PHRI) aus Israel sowie Shrikrishna Upadhya und die NGO Sappros aus Nepal geehrt. Der Alternative Nobelpreis ist mit 2.000.000 Schwedischen Kronen (200.000 Euro) dotiert, die unter den Preisträgern aufgeteilt werden.