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Alternativer Biodiesel aus Algen


Eine interessante Alternative zu herkömmlich hergestelltem Biodiesel scheint der ehemalige Entwicklungshelfer Hans-Jürgen Franke gefunden zu haben: Zusammen mit seinem Partner See Algae Technology aus Österreich entwickelte er ein Verfahren, dass die Biodieselölproduktion aus Algen effektiver macht. Als Standpunkt für seine erste Anlage hat er sich das brasilianische Recife ausgesucht. Grund dafür ist, dass die hohe Sonnenintensität zusammen mit der Trockenheit optimale Voraussetzungen für seine Produktionsweise bieten. Im Gegensatz zu der bis jetzt gebräuchlichen Algenzüchtung an der Oberfläche von Tanks hat Franke ein alternatives Konzept entwickelt: Die Sonne wird an der Oberseite der Silos durch Kollektoren gesammelt und per Glasfaserkabel im gesamten Behälter verteilt.

Diese Technik erlaubt es den Algen, im gesamten Silo zu wachsen. Unterstützt werden sie dabei von Kohlenstoffdioxid, dass von einer benachbarten Zuckerfabrik in die Tanks geleitet wird. Die alternative Technologie schlägt auf diese Weise gleich zwei Fliegen mit einer Klappe, erläutert Rafael Bianchini von Frankes brasilianischem Partnerunternehmen Grupo JB im Bundestaat Pernambuco: Zum einen werden ressourcen- und zeitsparend Algen, zum anderen werden CO2-Emmission einer benachbarten Fabrik dazu genutzt. Die Umwelt profitiert also doppelt. Zugleich ermöglicht die Technologie eine wesentlich kostengünstigere Produktion. Pro Liter Algenöl werden umgerechnet 30 Cent fällig, der fertige Biodiesel kostet nur 40 Cent. Die Entwickler scheinen also endlich einen Weg gefunden zu haben, aus Algen hergestellten Diesel auf dem Markt auch preislich konkurrenzfähig zu machen.

Im Laufe der nächsten Jahre plant er eine Ausweitung des Projekts innerhalb Brasiliens. Hierfür arbeitet SAT mit der Grupo JB zusammen, die auch die Abgase ihrer Zuckerfabrik für die erste Anlage zur Verfügung stellt. Auch in Europa und den USA wird vermehrt nach Alternativen zu aus Raps und Soja hergestelltem Biodiesel gesucht. Fortschritte dabei gibt es unter anderem im Bereich der Biodieselgewinnung aus gebrauchtem Speiseöl - so betreibt der Frankfurter Unternehmer Slobodan Cetkovic mit seinem Partner mittlerweile bereits vier Produktionsstätten, die nach dieser Methode mit Gewinn arbeiten. Außerdem forschen Entwickler an der Energiekraftstoffgewinnung aus Stroh oder Pflanzenabfällen und sorgen dafür, dass derartige BTL-Verfahren (BTL= Biomass to Liquid) zunehmend konkurrenzfähiger werden.